Hört ihr ihn? Den Ruf der Ferne? Nein? Ich ehrlich gesagt auch nicht. Diese Menschen, die mit dieser schier endlosen inneren Unruhe ausgestattet sind und permanentes Fernweh verspüren habe ich leider nie so recht verstanden. Während meine Freundinnen schon sämtliche Reisen in exotische Länder fürs gesamte Jahr geplant haben, war ich irgendwie immer froh, wenn ich einfach mal Zeit hatte, in Ruhe zu Hause zu sein. Ich oute mich hiermit: Ich bin ein waschechtes Heimchen. Die Freude, die andere empfinden wenn sie fremde Gerüche,  unbekannte Sprachen und exotische Straßennamen lesen kann man wohl ähnlich mit der Wonne vergleichen die mich überkommt, wenn ich, in Jogginghose und dreckigem T-Shirt, mein heimisches Bad putze. Es ist grausam und sicher entgeht mir dadurch so einiges spannendes Abenteuer, aber jetzt seid doch mal ehrlich: Ist es zu Hause nicht einfach am aller, allerschönsten? Während andere immer das Fernweh plagte wurde ich jedoch immer irgendwie mehr vom Heimweh heimgesucht. Eine Woche aus dem Koffer und ich brauche Urlaub vom Urlaub.

Deswegen… mache ich es mir jetzt wieder auf der Couch bequem und stöbere in den Urlaubsbildern anderer auf Instagram.

 

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2 comments

PS: DAS ist der beste Blogg, den du je geschrieben hast!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! <3 <3 <3
Danke für´s Rührseligkeitsgefühl! 🙂

Ach, du Liebe …
… du sprichst mir so aus der Seele! Ich bin zwar deutlich öfter als du umgezogen (etwa 12 Mal), aber ich bin glücklich, wenn ich bei halbmiesem Wetter vom Fenster aus die Gründerzeitarchitektur betrachte, die Straßenbahn irgendwie immer fahren höre und in einer besonders modischen Mischung aus Sommerklamotten, Schlafanzug und Schaal (immerhin, farblich abgestimmt, sonst kann ich mich im Spiegel auch nicht ganz sehen … 😉 ) im Bett oder auf der Coach sitze und Bildbände durchblättere oder, wie du schon beschreiben musstest, einfach nur putze. — Ungeschminkt und mit 1000 Mitessern links und rechts der „Gusche“.
Und so ich die Fernwehbildchen von Freunden und Bekannten recherchiere, bin ich doch froh, dass das Maitre nur nebenan ist, der Kakao in der eigenen Küche auf mich wartet und Katie Melua immer für mich da ist. Schließlich … schließlich kann man nur in Leipzig London und Paris gleichzeitig haben, ohne auch nur einen Fuß in den Flieger zu setzen. (Schnulzig-schmachtend, aber wahr. Heeme is heeme!!!) Das Topp-Zuhause-Gefühl ist an solchen Tagen: Badfenster „offrubbn“, alles organisch halbwegs gleichzeitig putzen, „Nüchtern bin ich schüchtern … “ ( … 😉 … ) laut aufdrehen und mitsingen. (Pech für die umliegende Nachtbarschaft um 15:00 Uhr! Weil: Echte Heimkultur.)
Kurz: Ich brauche so viel exotische Gewürze wie du: NULL. (Aber wehe, der Dill, die Petersilie oder der *Bärlauch* wird alle! – Das ist ein omnipräsenter Grund für den Konsum, neben, äh … ja … so langweiligen Dingen wie Milch und Butter oder ostischem Pflaumenmus.)

Kindheitsgefühl- und Buden-Grüße!

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