Viele von euch haben es sich gewünscht und nun kommen sie: Meine Tipps für wirklich gute Fotos. Klar, das sagt sich leicht und ob aus euch am Ende ein Mario Testino, Christian Schuller oder Tim Walker wird, kann ich natürlich nicht versprechen, aber sie sollten euch auf jeden Fall dabei helfen, in Zukunft bessere Fotos zu machen. Ganz viele von euch wissen sicher schon was ich heute erkläre, für euch sind dann die nächsten Posts interessant. Ich möchte das Thema Kamera aber gern vom Grund aufrollen, denn gerade die ersten Schritte und Basics sind sehr wichtig, um seine Kamera wirklich zu verstehen und ein Gefühl für das zu bekommen, was eigentlich möglich und machbar ist. Ich selber habe viele Freundinnen, die sich eine recht gute Spiegelreflex-Kamera gekauft, aber nie wirklich benutzt haben. Grund dafür ist, dass sie nie aus der Automatik Einstellung rausgekommen sind und irgendwie nicht die Ergebnisse erzielen, die eigentlich möglich wären. Man sagt ja so schön, dass ein Musiker keine teure Gitarre braucht um gut zu spielen, bei den Fotografen sehe ich das ehrlich gesagt ein wenig anders. Klar, Bildkomposition und ein tolles Motiv und das richtige Licht kann ich auswählen, wenn ich genügend begabt bin, aber die passende Tiefenunschärfe und Bildqualität, die ein richtig tolles Foto eben so mit sich bringt, werde ich mit einer einfachen Digitalkamera nie erzeugen. Meine Tipps ( zumindest heute) drehen sich also erst mal rund um das Thema Kameraeinstellungen meiner Spiegelreflex.

Nun habe ich auch schon mit dem ersten Fachbegriff (Tiefenunschärfe) um mich geworfen, der vielleicht nicht jedem von euch etwas sagt. Ich gehe gleich etwas genauer darauf ein und erkläre euch im ersten Schritt, was die vielen Buchstaben, Zahlen und Begriffe auf eurem Display eigentlich bedeuten und wie sie euch helfen können, das Bild aufzunehmen, das ihr euch wünscht.
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Und was bedeutet das jetzt alles?

 

 

Belichtungszeit

 

Jeder kennt es, das berühmte „klick“ beim Fotografieren. Dieses Geräusch ist die sich schließende Blende und benennt das Ende eurer Belichtungszeit.

Die Belichtungszeit dürfte vom Begriff her schon recht selbsterklärend sein. Sie bestimmt die Länge der Zeit, welche die Blende geöffnet ist, um euer Foto aufzunehmen. Je heller es ist, umso kürzer kann diese sein, weil ausreichend Licht vorhanden ist, um auch in kurzer Zeit genügend Licht aufzunehmen. Möchtet ihr in dunklerer Atmosphäre fotografieren, müsst ihr eine längere Belichtungszeit wählen. Das heißt wiederum, dass die Blende länger offenbleibt um mehr Licht aufzunehmen bevor sie sich wieder schließt. Etwas irritierend vielleicht am Anfang, dass für eine kurze Belichtungszeit die Zahl auf eurer Kamera größer sein muss als bei einer langen Belichtungszeit. Heißt also, steht da eine 250 ist die Belichtungszeit kürzer als bei einer 60. Das liegt daran, dass die Zeit in tausendstel Sekunden angezeigt wird. Tatsächlich sind es dann also 250 tausendstel von einer Sekunde oder nur 60 und so weiter. Solltet ihr euch für eine lange Belichtungszeit entscheiden, solltet ihr am Besten mit einem Stativ arbeiten. Je länger diese nämlich ist, umso mehr verwackeln die Bilder. Bei einer kurzen Belichtungszeit werden Fotos nicht verwackeln (es sei denn du heißt Speedy Gonzales) da sich die Linse schließt, bevor ihr euch überhaupt bewegen könntet. Zur Veranschaulichung könnt ihr euch auch noch einmal diese Grafik ansehen, hier seht ihr noch einmal alles auf einem Blick und es wird vielleicht noch ein wenig verständlicher.

 

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Blende

Die Blende ist das Auge eures Objektivs und jeder Kamera. Mit ihr erst entsteht die berühmte Tiefenunschärfe (Das bedeutet, dass nur der vordere oder fokussierte Teil des Bildes scharf ist, der Hintergrund verschwimmt). Ich gehe einfach mal davon aus, dass die meisten genau diese auf ihren Bilder wollen, denn sie bringt man automatisch mit professionelleren und hochwertigeren Fotos in Verbindung, da sie erst durch ein professionelleres Objektiv möglich wird. Auch hier kommt es wieder auf die Lichtverhältnisse, aber noch mehr auf den gewünschten Look an. Ich persönlich fotografiere am liebsten mit größtmöglicher Blende, da diese auch die größtmögliche Tiefenunschärfe erzeugt. Auch hier ist es ähnlich verwirrend wie bei der Belichtungszeit, je größer die Zahl auf eurem Display, umso kleiner ist die Blende. Je kleiner die Zahl, umso größer. Bei einer kleinen Blende von zum Beispiel f32 werdet ihr eigentlich keine Tiefenunschärfe haben. Kleine Blenden sind gut, wenn man beispielsweise ein Landschaftsfoto oder Gruppenbild machen möchte, auf dem möglichst alles scharf und im Fokus ist. Möchte ich aber ein Portrait, Stillleben oder zum Beispiel ein Outfitbild fotografieren, auf dem ich einen sehr unscharfen Hintergrund haben möchte, wähle ich die größtmögliche Blendeneinstellung aus. Diese variiert von Objektiv zu Objektiv und kann von einer f5 oder bis hin zu einer f1.5 reichen. Je größer sie geht, umso besser. Die Blendeeinstellung lässt viele Spielerein zu und es macht wirklich Spaß mal zu probieren, was so alles möglich ist.

 

 

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Bildschirmfoto 2016-07-09 um 23.13.06

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ISO

ISO kennen vielleicht einige von euch noch von früher, als es noch keine Digitalkameras gab. Die Filme, die man so für den Urlaub gekauft hat, hatten auch verschieden ISO Stärken. Diese bestimmt die Lichtempfindlichkeit. Hatte man also vor bei hellem Sonnenlicht zu fotografieren, hat man sich für eine niedrige Lichtempfindlichkeit entschieden. Die ideale ISO Empfindlichkeit ist 100, denn sie ist völlig ausreichend für die meisten Lichtverhältnisse und wird deine Bilder ohne Qualitätsverlust bestmöglich unterstützen. Natürlich kann man auch eine größere Lichtempfindlichkeit wählen, wenn man Beispielsweise in dunkleren, geschlossenen Räumen fotografieren möchte ohne die Belichtungszeit zu lang zu halten, damit die Bilder nicht verwackeln. Die ISO reicht bei vielen Kameras sogar bis 6400 oder noch weiter, dann werden die Bilder aber sehr körnig. Auch hier kann man ja, dem digitalen Zeitalter sei dank, jede Menge ausprobieren und experimentieren.

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Modus

Jede Kamera ist anders und hat andere Einstellungsmöglichkeiten, die meisten von euch werden aber einen Automatik- und einen Manuellen Modus haben. Im Automatikmodus wird euch jede Entscheidung abgenommen und die Kamera misst anhand des eingebauten Belichtungsmessers, welche Belichtungszeit und Blende die Beste für die aktuelle Situation ist. Das ist für den Anfang recht praktisch, schränkt aber in der Bildsprache sehr ein. Im manuellen Modus dagegen stellt ihr alles selber ein, am Anfang dauert das vielleicht eine Weile und es erfordert ein wenig Probieren, bis ihr die passenden Einstellungen gefunden habt, aber mit der Zeit wird es immer schneller gehen, versprochen. Einige Kameras bieten sogar die Möglichkeit eines Halbautomatik Modus. Hier könnt ihr die Blende manuell einstellen, die Kamera berechnet euch dann automatisch die passende Belichtungszeit. Das ist gerade für Anfänger und, wenn es mal schnell gehen muss, wirklich eine tolle Sache.

 

Alles zusammen bringen

Da ihr jetzt die Basics und Grundbegriffe kennt, die eure Kamera überhaupt so draufhat, geht es darum, die Kamera richtig einzustellen. Das erfordert am Anfang sicherlich ein bisschen Übung, aber auch die macht ja Spaß.

Überlegt euch, was ihr gern fotografieren möchtet, und bestimmt danach zuerst die Blende. Die ISO würde ich, wenn ihr nicht gerade auf Höhlenwanderung Erinnerungsfotos schießen wollt, immer bei 100 lassen. Es wäre einfach zu schade, wenn ihr hinterher eine schlechte und gekörnte Bildqualität habt. Entscheidet ihr euch für eine große Blende (also viiiiiiiel Hintergrundunschärfe), kann eure Belichtungszeit ruhig recht kurz ausfallen. An einem sonnigen Tag und viel Licht reicht, bei einer Blende von 2.5, eine Belichtungszeit von etwa 250. Probiert es einfach mal aus!

 

Ich hoffe, euch haben die ersten Tipps geholfen und dass ihr jetzt vielleicht ein wenig besser versteht, was da so alles auf eurer Kamera steht und wie ihr sie richtig einstellt.

 

Im nächsten Beitrag geht’s dann um die Macht :  Der Perspektive muahaaahahahaha

 

 

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5 comments

@Clementine: Viel Spaß und befriss dich nicht … ! 😉
Es ist, im Übrigen, die Bäcker+Café-Version (also bitte, bitte such keinen niedlichen, kleinen Spiegelsaal … ) mit einem der schicksten Fußböden, die ich je gesehen habe … ***
Ich hoffe, DAS hier erreicht dich noch, ehe du „los machst“.

Liebe Anne,

das freut mich, wie immer <3

Und waaaaas? Das ist ja sensationell! Da weiß ich ja, wo ich morgen einen kleinen Besuch abstatten werde!

Liebe Jule,
das freut mich so sehr! Oft sind solche Erklärungen viel zu kompliziert, finde ich, deswegen habe ich mir total viel Mühe gegebn, es ganz simpel zu halten und nur die Infos reinzupacken, die auch wirklich wichtig sind
Berichte doch mal, ob du schöne Ergebnisse knipsen konntest!

PS: Auch wenn es ein anderes Thema ist: Olaplex No 3 lohnt sich übrigens wirklich sehr! Benutze es jetzt die ganze Zeit, einmal in der Woche und es ist nicht mal ein Viertel weg. Ich sehe einen absoluten Unterschied zu vorher, hätte ich nie so sehr gedacht. Kann es also nur empfehlen 🙂

DANKE … !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 🙂 🙂 🙂
You made my life … !!! 😉
Ich wünsche dir einen schönen, überaus fotogenen Tag,
Anna E

PS: Das Maitré gibt´s neuerdings als „Mini-Box-Version“ im Peter-Stein-Weg (fast direkt neben der LVZ). Ich glaube, das bekommt deinen *Augen* …

Hey Clementine,

toller Post! Interessant und verständlich erklärt. Ich als Laie habe alles verstanden und möchte es gern einmal umsetzen! Freue mich auf die Fortsetzung der Serie.
Würde dir zu gern mal beim Fotografieren oder Modeln zusehen.

Habe vor Kurzem auch die Serie „Blender by ClemenTina“ entdeckt – war richtig baff, was ihr da geleistet habt!

Liebste Grüße, Jule

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