Lange lange ists her, ich weiß. Umso mehr Grund mal ein Statement zur Lage der Nation, ehm, des Blogs abzugeben. Wer mir auf Instagram folgt, hat mein Statement zur aktuellen Blog Situation vor einigen Tagen vielleicht gesehen, für alle anderen äußere ich mich hier noch einmal: Der Titel für die treuloseste Tomate auf dem Planeten geht wohl eindeutig an mich. Aber: ich genieße aktuell meine Mama-Zeit in vollen Zügen und stelle fest, dass ich das immer mehr viel lieber fernab von Social Media, Handy und prinzipiell Internet tue. Das soll natürlich nicht heißen, dass ich komplett pausiere, die Abstände zwischen meinen Beträgen werden einfach für einige Zeit etwas größer bleiben. Außerdem ist es nun schon wieder ein Baby-Thema über das ich hier gleich schreiben werden und ich weiß, eigentlich hatte ich versprochen, dass sich mehr oder weniger thematisch hier nichts ändern wird. Tja, so ist das mit Vorsätzen. Als nun Tatsächlich- und nicht mehr nur In-meiner-Vorstellung- Mama stelle ich fest, dass mich diese Rolle wesentlich mehr beeinflusst und auch verändert hat, als ich gedacht hätte. Pictures of Clementine bleibt ein Personal Blog und zu meiner Person gehört eben jetzt auch die Mama-Rolle genau wie meine Liebe für Mode, meine Leidenschaft für meinen Beruf als Fotografin und schöne Einrichtung.. Aus eurem Feedback schließe ich aber, dass viele von euch Interesse unserem (Familien) Leben und vor allem meiner Rolle als Neu-Mama haben, sodass ich euch gern an meinen Erfahrungen und Gefühlen teilhaben lassen möchte. Wer keine Lust auf Mami-Talk hat erhält mein vollstes Verständnis und darf diese Beiträge also gern überspringen.

Ihr hattet es euch schon vor einer Weile gewünscht und nun komme ich endlich dazu euch zu berichten, wie sich mein Leben seit Carlsons Geburt verändert hat. Und ironischer Weise ist das auch schon die erste und mit größte Veränderung: Die Uhren ticken einfach anders und Zeit um mal eben am Computer einen Text zu tippen ist rar. Aber von Anfang an. Inzwischen ist Carli knapp 5 Monate alt und wir ein richtig eingespieltes Team, die Anfangs-Zeit scheint irgendwie schon so weit weg zu sein, dass es mich direkt etwas nostalgisch stimmt, mich noch mal an alles zu erinnern. Meinen Geburtsbericht konntet ihr ja bereits hier lesen und die ersten Tage im Krankenhaus haben wir in einer Seifenblase aus Liebe und Selbstverständlichkeit verbracht. Das trifft es glaube ich wirklich am Besten, Selbstverständlichkeit. So hat es sich angefühlt für mich ab der ersten Sekunde die mein Kind bei mir lag, als wäre es nie anders gewesen. Da ich ziemlich Heimweh hatte habe ich mich sehr darauf gefreut endlich nach Hause zu dürfen, irgendwie blieb da gar kein Raum für Angst oder Aufregung und so war der erste Tag mit Baby zu Hause zwar irgendwie komisch aber trotzdem sehr entspannt. Erst am Abend überkamen mich dann sämtliche Emotionen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich die erste Woche fast jeden Abend geweint habe, sicherlich ein hochexplosiver Cocktails aus Hormonen und tausend verschiedenen Emotionen. Ich war wie erschlagen von Liebe, Angst, Überforderung. Überfordert aber nicht damit Mama zu sein, sondern von der unerträglichen Immens an Liebe für mein Kind die ich in mir und für die ich kein Ventil hatte. Ich wusste nicht wohin damit und das hat mich wahnsinnig gemacht. Dazu kam die erste Panik, dass ihm jemals irgendwas passieren könnte. Als Eltern hat man immer Angst um seine Kinder. Wenn man diese Liebe, die ja so ganz anders ist als die die man für irgendwen anders empfindet aber das erste mal fühlt, erschlägt es einen geradezu, zumindest mich ( man gewöhnt sich aber daran, versprochen) und so konnte ich mir ehrlich gesagt den ersten Monat nicht vorstellen, dass ich Carlson jemals alleine ins Schlafzimmer mit Babyphon legen könnte, ganz alleine, ohne mich. Ich kann vorweg nehmen dass gerade, während ich diesen Beitrag hier schreibe, Carlson im Schlafzimmer schläft, mit Babyphone, ohne mich ;). Aber ich habe gebraucht. So konnte ich mich zum Beispiel auch die ersten Wochen, wenn Carlson mit uns auf der Couch lag und ja wirklich die ganze Zeit nur geschlafen hat, nicht von ihm wegdrehen um mit Max zu kuscheln. Ich musste einfach immer eine Hand bei ihm haben weil ich das Gefühl hatte man dürfe ihn nicht alleine lassen oder ihm das Gefühl geben dass er es wäre. Und mit diesen Zügen meinerseits die doch wesentlich extremer waren als ich selber damit gerechnet hatte, kam die Angst. Um uns als Paar. Was, wenn es mir von nun an immer so gehen würde? Würden wir uns als Paar verlieren? Mir wurde bewusst dass wir nun nicht einfach mal spontan ins Kino gehen konnten (natürlich wusste ich das vorher aber ich meine es wurde mir richtig BEwusst) und nicht mehr zu zweit waren. Wir haben ca 3 Monate gebraucht, oder besser ich, bis ich wieder Momente nur zwischen uns zulassen konnte ohne das Gefühl mein Kind im Stich zu lassen. Völlig bescheuert sicher, aber so hat es sich für mich angefühlt, jedes Mal wenn ich mich weggedreht habe. An dieser Stelle sei also gesagt, wer glaubt, mit einem Kind eine Beziehung kitten zu können, arbeitet definitiv in die falsche Richtung. Es ist eine Bewährungsprobe aus der man, wenn man sie übersteht, als Paar gestärkt hervorgeht. Nicht mehr so wie vorher, aber meiner Meinung nach besser als alles was man davor kannte. Man ist Eltern und hat das wertvollste für einen selber auf der Welt erschaffen, gemeinsam. Man ist verantwortlich, man streitet sich weil jeder das Beste für das Kind will, man lernt das Schlaf (und nicht etwas anderes 😉 )definitiv und unübertroffen die schönste Nebensache der Welt ist und Momente in denen man zusammen ist einfach viel mehr zu schätzen.

Mein Leben und auch unsere Beziehung hat sich also einmal komplett umgekrempelt, die Wichtigkeiten des Lebens verschieben sich, man freut sich über jeden Pups, anstelle von Abenden bei Kerzenlicht rücken Nächte in denen man sich einfach freut ein nicht vollgekotztes T-Shirt im Schrank gefunden zu haben in dem man sich zu zweit einen Film anguckt bei dem jeder nach 5 Minuten so müde ist das man beschließt, sich doch lieber ins Bettchen zu kuscheln. Plötzlich ist man nicht mehr alleine. Nie mehr. Weder auf dem Klo, noch nachts halb 4 wenn dieser kleine Mensch die Nacht für beendet erklärt und auch nicht, wenn man sich doch mal in Zweisamkeit einige Momente gönnen möchte. Und es gibt nichts schöneres.

Wir, Juli 2017 

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5 comments

Was für ein toller Blogpost.
Endlich hatte ich Zeit ihn zu lesen –
Und gerade dieses Gefühl am Anfang diese Angst darüber das dem eigenem Kind jemals was passieren könnte hatte ich auch ganz extrem in den ersten 2 Wochen.
Ich kam auch mit diesen Gefühlen gar nicht zurecht aber gott sei dank wurde das ja dann besser .
Und es ist so es ist nochmal eine harte Zeit für die Beziehung und einfach ein komplett neues aber tolles Leben, man darf es nur wirklich nicht unterschätzen wie sehr diese süßen Wesen das Leben verändern ❤.
Danke für diesen tollen Blogpost mit den sehr privaten „Einblicken“ die gleichzeitig fast jedem aus dem Herzen sprechen ❤

Hey du Liebe,
der Post ist wunderschön ehrlich — ehrlicher, als jeder Mami-Werde-Rathgeber, den ich manchmal in der Hand hatte. (Ja, manchmal muss ich die lesen, auch wenn ich noch nicht an das eigene Kind denke, aber man – äh, ich … – will ja auf ALLES vorbereitet sein … … … um auch ganz bestimmt die beste Mama der Welt zu werden.) Mir tut es gut, sowas zu lesen, weil es sämtliche romantisierten Vorstellungen einfach nimmt. Und: Ich kann dich allgemein empathisch verstehen, dass du eine Weile glaubtest, ohne ein Sichtverhältnis zu deinem Kind nicht atmen zu können und finde das auch nicht irgendwie bescheuert oder lächerlich oder komisch oder was auch immer.
Die Fotos sind wie immer total authentisch – ich liebe sie (!!!) – weil ihr beiden eben gerade nicht wie so ein „Klatschpärchen“ aus irgendeiner Frauenzeitschrift ausseht.

Liebe Grüße und genieße die Zeit mit dem Schnuckelchen,

Anna E

Hallo Clementine,
das hast du sehr schön geschrieben und ich denke du sprichst jeder Mama aus der Seele.. An manchen Stellen mußte ich schmunzel und an manchen Stellen kamen mir vor Rührung die Tränen. Du hast echt den Nagel auf den Kopf getroffen, man kann keine Ehe durch ein Kind retten, das wäre dumm, das können nur Frauen machen die noch nie ein Kind geboren haben. Das Leben, ja die ganze Welt um einen herum verändert sich in der Minute wo die Babys geboren werden . Die Bezieung wird auf eine harte Probe gestellt. Die Männer sind zwar stolz Papa zu sein und lieben ihr Kind mit Sicherheit, aber die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist unbeschreiblich.
Es ist wirklich schön , dass ihr das erleben dürft..und im laufe der Jahre werdet ihr Situationen erleben wo ihr sehr sauer auf eurer Kind seid, egal ob er was verbotenes tut, oder einfach nur Mist baut…und dann werden euch Situtationen einfallen (mir ging es auch oft so) wo ihr als Kind dachtet : meine Güte wieso regt sich meine Mutter sich so auf, ist doch gar nicht so schlimm…

ALs kleines Beispiel : Max kam nachhause mit Sand in den Schuhen, und zog sie vor der Haustür aus, ließ den halben Sandkasten auf der Fußmatte..( ich hatte gerade den Hausflur geputzt ) … Als ich mit ihm schimpfen wollte, mußte ich so laut lachen … die selbe Situation 30 Jahre zurück, meine Gedanken damals ; boah was regt Mama sich denn auf, kann man doch einfach auffegen und fertig …das sind so Situationen , die man erst realisiert wenn man sie aus der anderen Sicht erlebt….

Ich wünsche euch alles Glück der Welt und wünsche euch alles Liebe als Familie und als Eltern meines Enkelkindes.

LG Kerstin

Ein wirklich schöner und sehr sehr ehrlicher Bericht. Ich musste an einigen Stellen schmunzeln, da ich die Situationen und Gefühle seit etwas mehr als 2 Monaten auch kenne.

Hallo Clementine, super schöner und sehr ehrlicher Blogpost. Ich bin selbst Ende Juni Mama geworden und es ist schön von anderen zu lesen wie sie diese wunderbare Zeit so erleben. Man ist ja irgendwie nur in seiner kleinen Welt und fragt sich wie es wohl anderen so geht. Und völlig verständlich das die Zeit jetzt mit Carlson jetzt einfach wertvoller ist. Schon verrückt was diese kleinen Wesen mit einem machen und wie sie das ganze Leben umkrempeln. Aber wie du schon sagst-es gibt nix schöneres! Liebe Grüße und mach weiter so Mireen

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