Die eigenen Freunde zu fotografieren hat Vor- und Nachteile. Der eindeutigste Vorteil der absolut auf der Hand liegt: Fotos werden einfach besser, wenn derjenige vor der Kamera, mit demjenigen hinter der Kamera, vertraut ist. Außerdem weiß man meist schon, ohne dass der andere etwas sagen muss, welche Fotos sich derjenige vorgestellt hat, man kennt sich eben einfach. Ein ziemlicher Nachteil, zumindest für mich, der Druck. Ich weiß nicht woran es liegt, aber sobald ich jemanden fotografiere, der mich nicht nur von meiner natürlich äußerst professionellen (*hust*) Arbeitsseite kennt, setzt mich das irgendwie unter Druck. Das kann man sicher ungefähr mit dem Gefühl vergleichen, das man in der 3. Klasse hatte, wenn die Eltern im Publikum der äußerst professionellen und wichtigen Schulaufführung ( in der man mitunter so tragende Rollen wie „ Der Baum“ oder eine Krabbe hatte) gesessen und einem aufmunternd zugenickt haben, während man selber am liebsten vor Aufregung gestorben wäre. Nichts desto trotz, bei einem so schönen Motiv musste mich Lena natürlich nicht zweimal fragen. Ein bisschen Marilyn hier, ein wenig retro chic da, et voila unser Storyboard war gefunden. Benutzt haben wir ausschließlich Tageslicht, meine liebste Art zu fotografieren übrigens. Im Gegensatz zu Blitzlicht zaubert richtig eingesetzte, indirekte Sonne weiche Silhouetten und einen unverkennbar zarten, femininen Look. Und da unsere Wohnungen nicht minder fotogen als Lena selber sind, mussten wir auch nach einer Location nicht lange suchen. Ich liebe diese unaufgeregten, zarten Portraits, ihr auch?

 

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4 comments

… kann ich mir denken, wie perfekt die war. 😉 🙂
Ich schätze viele Aussagen von Lagerfeld sehr, aber ich habe immer das Gefühl, dass selbst sein Gesicht ein bewusst halbverstecktes Kunstwerk ist, dass ihn noch unnahbarer machen soll. Dagegen finde ich Joop insgesamt sympathischer und transparenter in seiner Selbstdarstellung.

Ah wunderbar! Ich kenne die Doku-Reihe dazu, aber dieses Interview noch nicht! <3
Danke für die perfekte Abendunterhaltung :*

Das ist schon ein bisschen älter (…), aber guck mal, du Perfektionistin:
https://www.youtube.com/watch?v=8_WUhJuXpis <3

Ich bin ja tatsächlich kein Modefreak, aber an dem Herren im "Link siehe oben", Joop und Coco kommt niemand vorbei, der sich omnipräsent mit Kunst auseinandersetzt.
Liebe Grüße

Welche Art Portrait ich mag, muss ich, glaube ich, nicht mehr erklären. 😉 (Seit Mittwoch.)

Dem Druck, dem du dich (indirekt) selbst aussetzt, kann ich annähernd verstehen. Ich entwickle regelmäßig die Mode, den wichtigsten Freunden Romane zu widmen. — Geniale Wahl, denn sie sind NICHT (*hust*) Musiker, arbeiten im Theater, schreiben selber oder Eltern haben entsprechend künstlerisch angehauchte 😉 Berufe. Das Skript wird dann schon gut, aber die Erwartungshaltung an sich selbst steigt von Seite zu Seite, wenn es dann abends ab 23:00 Uhr *kribbelig* wird, auch von Satz zu Satz, „furthermore“ und „in the end“ von Wort zu Wort. Man könnte eigentlich auch beschließen, am Moskauer Bolschoi lebenslänglich Tschaikowski zu tanzen! — Zugegeben, das ist fast schon ein bisschen zu krass formuliert, trifft aber den schwindelerregenden, selbst bestimmten Akt, dem man sich auch noch freiwillig hingibt, bis zur Ohnmacht, natürlich. (Und am nächsten Tag kennst du nur Bildbände, dein Bett und die Nummer vom Pizzaservice, ggf. noch die Badewanne, um dem Menschen, der dir dein Essen liefert, nicht mit „muchelnden“ Achselhöhlen entgegen zu treten. … „Der Tagesablauf eines Freiberuflichen laut YouTube … !“ — tata — … ist für den Arsch.)

Ganz viele Grüße xx

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